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Du liest: Cannabis Extrakt Dosierung: So findest Du eine sichere Startmenge für Wirkung & Nebenwirkungen

Eine verständliche Orientierung zu Dosierung, Einnahmewegen und typischen Risiken – ohne falsche Versprechen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Cannabis-Extrakte wirken über das körpereigene Endocannabinoid-System – aber wie stark und wie schnell, hängt von Produkt, Person und Einnahmeweg ab.
  • Ob Tropfen, Kapsel oder Verdampfen: Jeder Weg hat eine andere Wirkungskurve, andere Vorteile und andere Risiken – ein direkter Vergleich hilft Dir, den richtigen Einstieg zu finden.
  • Wer niedrig startet, die Wirkung abwartet und protokolliert, dosiert sicherer – und versteht besser, was typische Nebenwirkungen bedeuten und was der aktuelle rechtliche Rahmen in Deutschland erlaubt.

Was ist ein Cannabis-Extrakt – und warum ist Dosierung keine feste Zahl?

Ein Cannabis-Extrakt ist eine konzentrierte Zubereitung aus Inhaltsstoffen der Cannabispflanze. Produkte, die als „Cannabis-Öl" vermarktet werden, sind in der Regel ebenfalls Extrakte – der Unterschied liegt oft nur in der Darreichungsform und Konzentration. Entscheidend ist immer: Wie viel Wirkstoff steckt pro Milliliter oder Kapsel drin?

Genau deshalb gibt es keine universelle Dosierung. Drei Faktoren machen jeden Fall einzigartig:

  • Das Produkt selbst: THC-Gehalt, CBD-Anteil, Terpenprofil und Extraktstärke variieren stark zwischen Produkten.
  • Das Ziel: Wer Einschlafprobleme hat, braucht möglicherweise eine andere Menge als jemand mit chronischen Schmerzen oder Angstzuständen.
  • Die Person: Körpergewicht, Stoffwechsel, Vorerfahrung mit Cannabinoiden und individuelle Empfindlichkeit spielen alle eine Rolle [1].

Die wichtigste Leitlinie vorab: Niedrig starten, Wirkung abwarten, langsam steigern. Und: Vergleiche Dich nicht mit anderen – deren Dosierung sagt wenig über Deine aus.

Wie wirkt Cannabis-Extrakt im Körper?

Cannabis-Extrakte wirken über das sogenannte Endocannabinoid-System (ECS). Das ECS ist ein körpereigenes Signalsystem, das aus Rezeptoren, körpereigenen Botenstoffen und Enzymen besteht. Es ist an der Regulierung zahlreicher Körperfunktionen beteiligt – darunter Schmerzwahrnehmung, Schlaf, Stimmung und Immunreaktionen [2].

Cannabinoide wie THC und CBD binden an Rezeptoren dieses Systems und beeinflussen so dessen Aktivität. THC wirkt dabei stärker psychoaktiv, CBD hat keine berauschende Wirkung und moduliert das System auf andere Weise. Hinzu kommen Terpene – aromatische Verbindungen der Pflanze, die die Gesamtwirkung eines Extrakts mitbeeinflussen können [3].

Wichtig zu verstehen: Wirkung bedeutet nicht „sofort spürbar". Je nach Einnahmeweg kann es Minuten bis Stunden dauern, bis sich etwas verändert. Und was eine Person als entspannend erlebt, kann bei einer anderen Person Unruhe auslösen. Das ECS ist individuell – und damit auch die Reaktion auf Cannabinoide.

Cannabisextrakt Wirkung – typische Effekte und was sie beeinflusst

Statt Einzelversprechen lassen sich Wirkungskategorien beschreiben, die in der Forschung beobachtet wurden:

  • Entspannend/sedierend: Viele Anwender berichten von einem Gefühl der Ruhe oder Schläfrigkeit, besonders bei höheren THC-Anteilen [4].
  • Schmerzmodulierend: Cannabinoide interagieren mit Schmerzrezeptoren; die Evidenzlage ist je nach Schmerztyp unterschiedlich stark [5].
  • Stimmungsbeeinflussend: Sowohl aufhellende als auch angstlösende Effekte wurden beschrieben – ebenso wie das Gegenteil bei ungünstiger Dosierung.
  • Appetit und Allgemeinbefinden: THC ist bekannt für seine appetitsteigernde Wirkung; CBD zeigt hier weniger ausgeprägte Effekte.

Wann genau eine Wirkung einsetzt, hängt stark vom Einnahmeweg ab. Der nächste Abschnitt erklärt die Unterschiede.

Cannabis Öl Wirkung vs. Cannabis-Extrakt – was ist der Unterschied?

Die Begriffe werden im Alltag oft synonym verwendet, meinen aber unterschiedliche Dinge. Ein Cannabis-Extrakt ist der übergeordnete Begriff für konzentrierte Pflanzenauszüge. „Cannabis-Öl" beschreibt meist eine flüssige Darreichungsform, bei der der Extrakt in einem Trägeröl gelöst ist.

Für die Dosierung ist der Produktname irrelevant. Was zählt, ist die Wirkstoffmenge pro Einheit – angegeben in mg/ml oder Prozent. Ein „10%-CBD-Öl" enthält 100 mg CBD pro Milliliter. Diese Angabe auf dem Etikett ist Dein wichtigster Orientierungspunkt – nicht der Produktname [1].

Cannabis Extrakt Dosierung: Start-zu-Steigerungs-Modell Schritt für Schritt

Das Prinzip ist einfach: Starte mit der kleinstmöglichen Menge, die das Produkt erlaubt und beobachte, was passiert. Erst wenn Du weißt, wie Dein Körper reagiert, hat eine Steigerung Sinn.

Konkret bedeutet das:

  • Niedrig starten: Beginne mit der niedrigsten empfohlenen Menge laut Produktangabe oder ärztlicher Empfehlung.
  • Wirkung abwarten: Je nach Einnahmeweg kann die Wirkung zwischen 15 Minuten (Inhalation) und 2 Stunden (Kapsel) einsetzen. Nicht nachdosieren, bevor die Wirkung beurteilt werden kann.
  • Protokollieren: Notiere Dosis, Uhrzeit, Einnahmeweg und wie Du Dich danach gefühlt hast. Dieses Protokoll ist Gold wert – für Dich und für ein ärztliches Gespräch.
  • Langsam steigern: Wenn die Wirkung ausbleibt oder zu schwach ist, steigere in kleinen Schritten – nicht in großen Sprüngen.
  • Abbruch bei Warnsignalen: Starke Verwirrtheit, Herzrasen oder Übelkeit sind klare Zeichen, die Dosis zu reduzieren oder ganz zu pausieren.

Erfahrungen anderer können als grobe Orientierung dienen – aber ersetzen keine individuelle Einschätzung. Dein Körper ist nicht der Körper der Person, deren Bericht Du gelesen hast.

Du bist unsicher, welche Dosierung für Dich passt? Beim ärztlichen Erstgespräch bei Nordleaf bekommst Du eine individuelle Einschätzung – unkompliziert und ohne Vorwissen.

Dosierungs-Workflow im Überblick

Schritt Ziel Was Du beobachtest Typische Fehler
1. Niedrig starten Verträglichkeit testen Wie fühle ich mich nach X Minuten/Stunden? Zu früh nachsteigern
2. Wirkung abwarten Wirkungseintritt nicht verpassen Wann setzt Wirkung ein? Ungeduld → Überdosierung
3. Protokollieren Muster erkennen Dosis, Zeitpunkt, Wirkung, Befinden Keine Notizen → Orientierungsverlust
4. Langsam steigern Optimum finden Verbessert sich das Befinden? Sprünge in Einheiten
5. Abbruch bei Warnsignal Sicherheit gewährleisten Starke Nebenwirkungen Weitermachen trotz Unverträglichkeit

Einnahmewege im Vergleich: Cannabis Öl einnehmen, verdampfen, Kapseln

Wie Du einen Cannabis-Extrakt zu Dir nimmst, beeinflusst nicht nur, wann die Wirkung einsetzt – sondern auch wie stark sie ist, wie lange sie anhält und welche Risiken entstehen können. Kein Einnahmeweg ist per se besser oder schlechter. Es kommt auf Deine Situation, Deine Erfahrung und Deine gesundheitliche Ausgangslage an.

Einnahmewege & Erwartungsmanagement

Einnahmeweg Grobe Wirkungskurve Vorteil Mögliche Nachteile/Risiken Eher geeignet für
Öl/Tropfen sublingual Mittlerer Eintritt (15–45 Min.), mehrere Stunden Flexibel dosierbar Geschmack, Resorptionsvarianz Einsteiger mit Orientierungsbedarf
Kapseln Langsamer Eintritt (1–2 Std.), länger anhaltend Einheitliche Dosierung, diskret Weniger flexible Anpassung Menschen mit regelmäßigem Bedarf
Verdampfen Schneller Eintritt (Minuten), kürzer anhaltend Schnelle Wirkung Atemwegsreizung möglich Fortgeschrittene, nicht bei Atemwegsproblemen

Hinweis: Die Zeitangaben sind Richtwerte und können je nach Produkt, Person und Stoffwechsel abweichen [6].

Cannabis Öl einnehmen – Was Du beim Start beachten solltest

Öl-Tropfen werden meist unter die Zunge gegeben (sublingual). Die Schleimhaut nimmt die Wirkstoffe direkt auf – das ist schneller als die Verdauung, aber langsamer als Inhalation. Trotzdem gilt: Warte mindestens 30 bis 60 Minuten, bevor Du beurteilst, ob die Wirkung ausreicht.

Ein häufiger Fehler: Weil nichts zu spüren ist, wird nachdosiert – und dann trifft beides gleichzeitig ein. Das Ergebnis ist eine ungewollte Überdosierung.

Auch Mahlzeiten spielen eine Rolle: Fetthaltige Speisen können die Aufnahme von Cannabinoiden verbessern, weil THC und CBD fettlöslich sind [7]. Das kann die Wirkung verstärken oder verzögern – ein weiterer Grund, Deine Erfahrungen zu protokollieren.

Cannabis Öl verdampfen – Besonderheiten & Risiko-Check

Beim Verdampfen (Vaporisieren) werden Cannabinoide erhitzt und als Dampf eingeatmet. Die Wirkung setzt schnell ein – oft innerhalb weniger Minuten. Das macht diesen Weg für manche attraktiv, birgt aber spezifische Risiken.

Wer unter Asthma, COPD oder anderen Atemwegserkrankungen leidet, sollte diesen Einnahmeweg meiden oder nur nach ärztlicher Rücksprache nutzen. Auch bei gesunden Atemwegen kann regelmäßiges Inhalieren zu Reizungen führen [8]. Kein Grund zur Panik – aber ein Grund zur Vorsicht. Wer unsicher ist, wählt besser einen anderen Einnahmeweg.

Cannabis Öl Kapseln Wirkung – Für wen sie praktisch sind

Kapseln bieten einen klaren Vorteil: Die Dosierung ist einheitlich und reproduzierbar. Keine Tropfen abzählen, kein Geschmack. Das macht sie besonders praktisch für Menschen, die Cannabis regelmäßig und planbar einsetzen möchten.

Der Nachteil: Die Wirkung setzt langsamer ein, weil die Kapsel erst im Verdauungstrakt aufgelöst wird. Wer schnelle Anpassungen braucht, ist mit Tropfen flexibler. Auch hier gilt: Die Produktangaben (mg pro Kapsel) sind der entscheidende Orientierungspunkt – nicht der Produktname [1].

Cannabis Öl Nebenwirkungen – realistisch und ohne Panikmache

Cannabinoide sind keine harmlosen Substanzen. Nebenwirkungen sind möglich – besonders am Anfang und bei zu hoher Dosierung. Wer das weiß, kann besser damit umgehen.

Häufige, meist milde Nebenwirkungen:

  • Müdigkeit und Schläfrigkeit – besonders bei THC-haltigen Produkten
  • Mundtrockenheit – ein klassischer Effekt, der durch ausreichend Trinken abgemildert werden kann
  • Schwindel – oft bei zu schnellem Nachdosieren oder beim ersten Mal
  • Übelkeit – kann auftreten, besonders auf nüchternen Magen

Seltener, aber beachtenswert:

  • Veränderte Wahrnehmung oder Verwirrtheit – bei zu hoher THC-Dosis
  • Herzrasen – ebenfalls dosisabhängig, häufiger bei Inhalation
  • Kreislaufveränderungen – Blutdruckabfall möglich, besonders beim Aufstehen

Wechselwirkungen sind ebenfalls relevant: Cannabis kann die Wirkung von Alkohol und Sedativa (beruhigenden Mitteln) verstärken. Wer Medikamente nimmt, sollte das unbedingt mit einem Arzt besprechen [9].

Nebenwirkungen nach Häufigkeit & Dringlichkeit

Kategorie Beispiele Wahrscheinlicher Auslöser Dringlichkeit Was tun
Häufig Müdigkeit, Mundtrockenheit Zu hohe Dosis, Einsteiger Niedrig Dosis reduzieren, mehr trinken
Gelegentlich Schwindel, Übelkeit Schnelles Nachdosieren Mittel Pause machen, hinlegen, abwarten
Selten Starke Verwirrtheit, Herzrasen Überdosierung, Vorerkrankung Hoch Arzt kontaktieren
Häufig (bei Inhalation) Reizhusten, Engegefühl Empfindliche Schleimhäute Mittel Einnahmeweg wechseln

Ist Cannabis Öl gesund? Was „gesund" hier konkret bedeuten kann

Die Frage klingt einfach, ist es aber nicht. „Gesund" ist kein binärer Zustand – und Cannabis-Extrakte sind kein Allheilmittel.

Was die Forschung zeigt: Cannabinoide haben biologische Wirkungen auf das Endocannabinoid-System, die in bestimmten Kontexten therapeutisch relevant sein können. Für einige Anwendungsgebiete – etwa bestimmte Schmerzformen oder Übelkeit bei Chemotherapie – gibt es eine solide Evidenzbasis [5]. Für andere Bereiche ist die Datenlage dünner oder noch im Aufbau.

Was das bedeutet: Potenzial und Risiko existieren nebeneinander. Cannabis-Extrakte können für manche Menschen in bestimmten Situationen hilfreich sein – für andere nicht, oder sogar kontraproduktiv. Vorerkrankungen, Medikamente und individuelle Empfindlichkeit spielen eine große Rolle.

„Gesund" im Sinne von „ohne Risiko" trifft auf Cannabis-Extrakte nicht zu. „Gesund" im Sinne von „kann unter bestimmten Umständen zum Wohlbefinden beitragen" – das ist eine ehrlichere Einordnung [10].

Cannabis Öl Erfahrungen lesen – aber nicht blind übernehmen

Erfahrungsberichte im Netz sind verlockend. Jemand beschreibt genau das, was Du auch erlebst und hat damit gute Erfahrungen gemacht. Aber Vorsicht: Diese Berichte haben strukturelle Schwächen.

Erstens: Die Dosierung ist selten vergleichbar. Andere Produktstärke, anderer Einnahmeweg, anderes Körpergewicht – schon kleine Unterschiede machen die Übertragbarkeit schwierig.

Zweitens: Positive Berichte werden häufiger geteilt als negative. Das nennt sich Selektionsbias – und führt dazu, dass das Bild im Netz systematisch zu positiv ist.

Drittens: Erwartungseffekte sind real. Wer überzeugt ist, dass etwas hilft, erlebt oft eine Verbesserung – unabhängig von der Substanz.

Das bedeutet nicht, dass Erfahrungsberichte wertlos sind. Sie können Dir helfen, die richtigen Fragen zu stellen: Welche Produkte wurden genutzt? Welche Dosierung? Was hat funktioniert, was nicht? Nutze sie als Ausgangspunkt aber nicht als Anleitung.

Hast Du Fragen zu Deiner individuellen Situation? Bei Nordleaf kannst Du direkt mit einem Arzt sprechen – ohne Umwege.

Rechtlicher Rahmen: Was Du vor der Anwendung wissen solltest

Dieser Abschnitt dient der allgemeinen Orientierung und ersetzt keine Rechtsberatung.

Seit April 2024 regelt das Konsumcannabisgesetz (KCanG) den Umgang mit Cannabis für Erwachsene in Deutschland. Die wichtigsten Punkte im Überblick:

  • Erlaubter Besitz: Volljährige dürfen bis zu 25 Gramm Cannabis in der Öffentlichkeit und bis zu 50 Gramm zu Hause besitzen [KCanG § 3][11].
  • Konsumverbote: Der Konsum ist in der Nähe von Schulen, Kinderspielplätzen, Jugendeinrichtungen und Sportstätten sowie in Fußgängerzonen zwischen 7 und 20 Uhr verboten [KCanG § 5][11].
  • Extraktion verboten: Die Extraktion von Cannabinoiden aus der Cannabispflanze ist grundsätzlich verboten. Ausnahmen gelten für die CBD-Extraktion und für wissenschaftliche Zwecke [KCanG § 2 Abs. 2][11].
  • Medizinisches Cannabis: Produkte, die ärztlich verschrieben werden, unterliegen nicht dem KCanG, sondern dem Medizinal-Cannabisgesetz (MedCanG). Für diese Produkte gelten eigene Regeln zu Verschreibung, Abgabe und Qualität [12].

Wenn Du Cannabis-Extrakte medizinisch nutzen möchtest, ist der Weg über eine ärztliche Beratung der richtige Einstieg.

FAQ: Cannabis Extrakt Dosierung

Wie starte ich mit der Cannabis Extrakt Dosierung, ohne mich zu überfordern?

Starte mit der kleinstmöglichen Menge, die das Produkt angibt – oder mit der Menge, die ein Arzt empfiehlt. Warte dann mindestens eine Stunde (bei Tropfen) oder zwei Stunden (bei Kapseln), bevor Du beurteilst, ob die Wirkung ausreicht. Notiere alles: Dosis, Uhrzeit, Wirkung, Befinden. Steigere erst dann, wenn Du weißt, wie Dein Körper reagiert. Niemals nachdosieren, weil „noch nichts zu spüren ist" – das ist der häufigste Weg zur ungewollten Überdosierung.

Warum wirkt Cannabis Öl bei manchen schneller als bei anderen?

Das liegt an mehreren Faktoren: Stoffwechsel, Körpergewicht, Einnahmeweg und ob der Magen leer oder voll ist. Auch die individuelle Dichte und Aktivität des Endocannabinoid-Systems spielt eine Rolle. Wer einen schnellen Stoffwechsel hat oder das Öl auf nüchternen Magen nimmt, kann eine andere Wirkungskurve erleben als jemand mit langsamerer Verdauung [2].

Welche Cannabis Öl Nebenwirkungen treten am häufigsten am Anfang auf?

Zu Beginn sind Müdigkeit, Mundtrockenheit und leichter Schwindel am häufigsten. Sie entstehen meist durch eine noch zu hohe Dosis oder durch mangelnde Erfahrung mit Cannabinoiden. In der Regel lassen sie sich durch Dosisreduktion und ausreichend Trinken gut abmildern. Treten starke Verwirrtheit, Herzrasen oder Atemnot auf, sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.

Was tun, wenn Cannabis-Extrakte mit der Zeit weniger wirken?

Manche Anwender bemerken nach einigen Wochen, dass die gewohnte Dosis weniger Wirkung zeigt. Das kann auf eine Toleranzentwicklung hinweisen: Der Körper passt sich an die regelmäßige Zufuhr von Cannabinoiden an, indem er die Empfindlichkeit seiner Rezeptoren verringert [2].

Eine bewährte Strategie ist die sogenannte „Toleranzpause", also eine kurze, bewusste Unterbrechung der Einnahme von einigen Tagen bis zwei Wochen. Danach reagiert das Endocannabinoid-System oft wieder empfindlicher auf niedrigere Dosen.

Wichtig: Einfach nachdosieren ist keine gute Lösung. Wer dauerhaft immer höhere Mengen benötigt, sollte das mit einem Arzt besprechen, um die Ursache zu klären und die Therapie gegebenenfalls anzupassen.

Wie unterscheidet sich die Cannabis Öl Kapseln Wirkung von Tropfen?

Kapseln werden im Magen-Darm-Trakt aufgelöst, was den Wirkungseintritt verzögert, oft 1 bis 2 Stunden. Tropfen, die unter die Zunge gegeben werden, werden schneller über die Mundschleimhaut aufgenommen. Kapseln bieten dafür eine einheitlichere Dosierung und sind diskreter in der Anwendung. Wer schnell reagieren möchte, ist mit Tropfen flexibler [6].

Kann Cannabis Öl gesund sein – und was heißt das konkret?

Cannabis-Extrakte können in bestimmten Situationen zum Wohlbefinden beitragen – das zeigt die Forschung für einige Anwendungsgebiete. „Gesund" bedeutet aber nicht „ohne Risiko". Nebenwirkungen sind möglich, Wechselwirkungen mit Medikamenten ebenfalls. Ob ein Produkt für Dich sinnvoll ist, hängt von Deiner individuellen Situation ab und eine ärztliche Einschätzung ist der sicherste Ausgangspunkt [10].

Welche Rolle spielen Cannabisextrakt Wirkung und Produktstärke bei der Dosierung?

Die Produktstärke – also der Wirkstoffgehalt in mg/ml oder Prozent – bestimmt, wie viel Du tatsächlich einnimmst. Ein 5%-CBD-Öl enthält halb so viel Wirkstoff pro Milliliter wie ein 10%-Öl. Wer die Stärke ignoriert und einfach „ein paar Tropfen" nimmt, kann sehr unterschiedliche Mengen zu sich nehmen. Lies immer das Etikett und rechne nach [1].

Was sollte ich tun, wenn ich Cannabis Öl nicht gut vertrage?

Setze die Einnahme aus und warte, bis die Wirkung abgeklungen ist. Notiere, was Du eingenommen hast und wie Du Dich gefühlt hast. Beim nächsten Versuch, wenn überhaupt, starte mit einer deutlich niedrigeren Dosis. Bei anhaltenden oder starken Beschwerden wie Herzrasen, starker Verwirrtheit oder Atemnot solltest Du ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. Nicht jedes Produkt und nicht jeder Einnahmeweg passt zu jeder Person.

Ist Cannabis Öl auch ohne Rezept legal erhältlich?

Das kommt auf den Inhaltsstoff an. CBD-Produkte mit einem THC-Gehalt unter 0,2 % sind in Deutschland in der Regel frei erhältlich und unterliegen nicht dem KCanG [11]. THC-haltige Cannabis-Extrakte hingegen sind verschreibungspflichtig und werden über das Medizinal-Cannabisgesetz geregelt. Für diese Produkte brauchst Du eine ärztliche Verschreibung [12].

Quellen: 

[1] Grotenhermen, F. (2003). Pharmacokinetics and Pharmacodynamics of Cannabinoids. Clinical Pharmacokinetics, 42(4), 327–360. Online verfügbar unter: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/12648025/ 

[2] Zou, S. & Kumar, U. (2018). Cannabinoid Receptors and the Endocannabinoid System: Signaling and Function in the Central Nervous System. International Journal of Molecular Sciences, 19(3), 833. Online verfügbar unter: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/29533384/ 

[3] Russo, E. B. (2011). Taming THC: potential cannabis synergy and phytocannabinoid-terpenoid entourage effects. British Journal of Pharmacology, 163(7), 1344–1364. Online verfügbar unter: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/21749363/ 

[4] Babson, K. A., Sottile, J. & Morabito, D. (2017). Cannabis, Cannabinoids, and Sleep: a Review of the Literature. Current Psychiatry Reports, 19(4), 23. Online verfügbar unter: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/28349316/ 

[5] National Academies of Sciences, Engineering, and Medicine (2017). The Health Effects of Cannabis and Cannabinoids: The Current State of Evidence and Recommendations for Research. Washington, D.C.: The National Academies Press. Online verfügbar unter: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK425767/ 

[6] Huestis, M. A. (2007). Human Cannabinoid Pharmacokinetics. Chemistry & Biodiversity, 4(8), 1770–1804. Online verfügbar unterhttps://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/17712819/ 

[7] Birnbaum, A. K. et al. (2019). Food effect on pharmacokinetics of cannabidiol oral capsules in adult patients with refractory epilepsy. Epilepsia, 60(8), 1586–1592. Online verfügbar unter https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/31206181/ 

[8] Tashkin, D. P. (2013). Effects of Marijuana Smoking on the Lung. Annals of the American Thoracic Society, 10(3), 239–247. Online verfügbar unter: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/23802821/ 

[9] Vreeker, A. et al. (2024). The effects of simultaneous alcohol and cannabis use on subjective drug effects: A narrative review. PMC. Online verfügbar unter: https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC11238947/  

[10] Stiftung Gesundheitswissen (2023). Medizinisches Cannabis: Was ist gesichert? Online verfügbar unter: https://www.stiftung-gesundheitswissen.de/cannabis 

[11] Konsumcannabisgesetz (KCanG) vom 27. März 2024 (BGBl. 2024 I Nr. 109). §§ 2, 3, 5, 6. Online verfügbar unter: https://www.gesetze-im-internet.de/kcang/  

[12] Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Medizinisches Cannabis. Online verfügbar unter: https://www.bfarm.de/DE/Bundesopiumstelle/Medizinisches-Cannabis/_node.html

Bilder:

© www.pexels.com 

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