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Du liest: Bubatz: Ratgeber zur Cannabispflanze

Von der Slang-Begriffserklärung bis zur Biologie der Pflanze – der kompakte Ratgeber rund um das Thema Cannabis.

Das Wichtigste in Kürze

  • „Bubatz" ist Slang – ein umgangssprachlicher Begriff aus der deutschen Rapszene für einen Joint oder Cannabis allgemein. In medizinischen und rechtlichen Kontexten wird ausschließlich „Cannabis" verwendet.
  • Nur weibliche Cannabispflanzen liefern die wirkstoffreichen Blüten mit hohem THC- und CBD-Gehalt – männliche Pflanzen produzieren lediglich Pollensäcke und werden im Anbau meist entfernt. [4]
  • In Deutschland ist Cannabis für Erwachsene teilweise legal (KCanG, Stand 2026): Konsumverbotszonen beachten, medizinisches Cannabis bleibt rezeptpflichtig und wird nur über zugelassene Apotheken abgegeben. [1]

Was ist „Bubatz"? – Bedeutung und Herkunft des Begriffs

„Bubatz" ist ein umgangssprachlicher Begriff aus der deutschen Jugend- und Popkultur. Damit ist ein Joint gemeint, also eine selbst gedrehte Zigarette mit Cannabis, oder Cannabis im Allgemeinen.

Der Begriff stammt aus der deutschen Rapszene. Besonders der Rapper Nimo trug mit der Zeile „Trink ein Becher, rauch ein Bubatz" dazu bei, das Wort in der Breite bekannt zu machen. [6] Etymologisch wird „Bubatz" häufig auf „Baba Kush" zurückgeführt – eine Bezeichnung für besonders potentes Cannabis. Wie bei vielen Slangbegriffen ist die genaue Herkunft jedoch nicht eindeutig belegt. [7]

Heute ist das Wort fest in der Alltagssprache verankert – neutral, oft humorvoll, und weit über die Rapszene hinaus gebräuchlich. Politisch aufgeladen wurde der Begriff spätestens im Zuge der deutschen Legalisierungsdebatte, als er in Medien und sozialen Netzwerken viral ging. [3][7]

„Bubatz" kann sowohl den Joint selbst als auch Cannabis als Substanz bezeichnen – der Kontext entscheidet.

Gut zu wissen: „Bubatz" ist kein Fachbegriff. In medizinischen, rechtlichen oder wissenschaftlichen Kontexten wird ausschließlich der Begriff „Cannabis" verwendet.

Die Cannabispflanze – Aufbau, Aussehen und Botanik

Cannabis ist eine Pflanzengattung aus der Familie der Hanfgewächse (Cannabaceae). Botanisch unterscheidet man drei Hauptarten: [5]

  • Cannabis sativa – wächst hoch und schmal, oft mit energetisierend beschriebenen Effekten
  • Cannabis indica – kompakter, buschiger Wuchs, häufig mit entspannend beschriebenen Effekten
  • Cannabis ruderalis – kleinwüchsig, wenig Wirkstoffe, relevant für die Züchtung von Autoflowering (selbstblühenden) Sorten

Was genau den Unterschied zwischen Sativa und Indica ausmacht und warum die Einteilung in der Praxis komplexer ist als gedacht erklärt unser Ratgeber: Unterschied zwischen Indica und Sativa

Wie sieht eine Cannabispflanze aus?

Das charakteristischste Merkmal einer Cannabispflanze sind die gezackten, fingerförmigen Blätter – je nach Art mit fünf bis neun einzelnen Blättchen. Die Blüten der weiblichen Pflanze sind dicht, harzbedeckt und riechen würzig bis erdig, manchmal mit Zitrusnoten. [4]

Die Wachstumsphasen im Überblick:

  • Keimung – Samen öffnet sich, erste Wurzeln und Keimblätter entstehen
  • Vegetationsphase – Pflanze wächst in Höhe und Breite, bildet Blätter aus
  • Blütephase – Weibliche Pflanzen bilden harzige Knospen (Blüten), männliche Pflanzen Pollensäcke
  • Ernte – Blüten werden geerntet, getrocknet und weiterverarbeitet

Als botanisches Kuriosum: Unter optimalen Freiluftbedingungen können Cannabispflanzen außergewöhnliche Höhen erreichen. Eine dokumentierte Hanfpflanze auf einer Farm in Kalifornien maß im September 2021 rund 7 Meter. Das ist ein inoffizieller Rekord, der jedoch nicht durch das Guinness-Buch bestätigt wurde. [8]

Merkmal Beschreibung
Blätter 5–9 gezackte Blättchen, dunkelgrün
Höhe 0,5 m bis über 3 m (je nach Sorte und Anbaubedingungen)
Blüten Harzige Knospen mit Trichomen – nur bei weiblichen Pflanzen
Geruch Würzig, erdig, teils zitrusartig
Hauptwirkstoffe THC (psychoaktiv), CBD (nicht psychoaktiv)

Cannabis männlich oder weiblich – der Unterschied erklärt

Cannabis ist eine zweihäusige Pflanze: Die meisten Pflanzen sind entweder männlich oder weiblich. Dieser Unterschied ist für Wirkstoffgehalt und Verwendung entscheidend. [4]

Unterschiede zwischen weiblichen und männlichen Cannabispflanzen

Weibliche Pflanzen bilden die harzreichen Blüten, die THC und CBD in relevanten Mengen enthalten. Sie sind erkennbar an weißen, fadenförmigen Stigmen (Härchen), die aus den Blütenansätzen herauswachsen. Diese Pflanzen sind die Grundlage für medizinisches Cannabis und Genussprodukte.

Männliche Pflanzen entwickeln keine Blüten, sondern Pollensäcke. Ihr Wirkstoffgehalt ist gering. In der Praxis werden männliche Pflanzen meist frühzeitig aus dem Anbau entfernt, damit sie die weiblichen Pflanzen nicht bestäuben. Denn bestäubte weibliche Pflanzen bilden diese Samen aus, was den Wirkstoffgehalt der Blüten deutlich senkt. [4]

Merkmal Weibliche Pflanze Männliche Pflanze
Blüten Harzige Knospen (Trichome) Pollensäcke
THC-/CBD-Gehalt Hoch Niedrig
Relevanz für Konsum Ja Nein (in der Regel)
Erkennungsmerkmal Weiße Stigmen / Härchen Kleine, runde Pollenbeutel
Einsatz Medizin & Genuss Züchtung, Faserhanf

Welche Cannabinoide in der Pflanze stecken und wie sie wirken, erfährst Du in unserem Ratgeber: Cannabinoide – ein Überblick

Was ist eine Zwitterpflanze bei Cannabis?

Eine Zwitterpflanze, auch Hermaphrodit genannt, trägt sowohl männliche als auch weibliche Merkmale an derselben Pflanze. Das bedeutet: Sie kann sich selbst bestäuben, bildet Samen aus und produziert dadurch weniger wirkstoffreiche Blüten. [4]

Ursachen für Zwitter-Bildung:

  • Genetische Veranlagung
  • Umweltstress: falsche Lichtverhältnisse, Temperaturschwankungen, Nährstoffmangel
  • Fehler bei der Feminisierung von Samen

Wer Pflanzen selbst anbaut, sollte Zwitter frühzeitig erkennen und isolieren, um die Bestäubung anderer Pflanzen zu verhindern.

Hinweis für Patientinnen und Patienten: Wer medizinisches Cannabis über eine Apotheke bezieht, muss sich über Zwitterpflanzen keine Gedanken machen. Die Qualitätskontrolle ist gesetzlich geregelt. Das Produkt wird geprüft geliefert. [2]

Cannabis konsumieren – Methoden im Überblick

Es gibt verschiedene Wege, Cannabis zu konsumieren. Jede Methode unterscheidet sich in Wirkungseintritt, Intensität und gesundheitlichem Risikoprofil. Im Rahmen einer medizinischen Therapie ist die Konsumform in der Regel ärztlich vorgegeben. [2]

Konsummethode Beschreibung Wirkungseintritt Besonderheit
Joint Cannabis mit oder ohne Tabak gerollt 5–15 Min. Klassische Methode; Verbrennungsprodukte belasten die Lunge
Vaporizer Erhitzen ohne Verbrennung 5–10 Min. Schonender für die Atemwege als Rauchen
Bong Wassergekühlter Rauch Sofort Intensivere Wirkung; ebenfalls mit Verbrennungsprodukten
Edibles Cannabis in Lebensmitteln (z. B. Kekse, Gummis) 30–120 Min. Verzögerter Wirkungseintritt – Überdosierung leicht möglich
Öle / Tinkturen Einnahme unter die Zunge 15–45 Min. Häufig in der medizinischen Anwendung
Kapseln Orale Einnahme 30–90 Min. Präzise Dosierung, diskret

Wichtig: Das Rauchen von Cannabis, ob als Joint oder über eine Bong, ist gesundheitlich bedenklicher als die Inhalation per Vaporizer. Denn bei der Verbrennung entstehen Schadstoffe, die die Lunge belasten. [2] Wer Cannabis aus medizinischen Gründen nutzt, sollte die Konsumform immer mit einer Ärztin oder einem Arzt besprechen.

Cannabis & Recht – Was ist in Deutschland erlaubt?

Mit dem Konsumcannabisgesetz (KCanG), das am 1. April 2024 in Kraft trat und seitdem weiterentwickelt wurde, ist Cannabis für Erwachsene in Deutschland in einem definierten Rahmen legal. [1][3]

Wie viel Cannabis darf ich besitzen?

Erwachsene ab 18 Jahren dürfen in der Öffentlichkeit bis zu 25 Gramm Cannabis mit sich führen. Am eigenen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthaltsort sind bis zu 50 Gramm erlaubt. Die Weitergabe von selbst angebautem Cannabis an Dritte ist verboten.

Wo ist der Konsum verboten?

Der öffentliche Konsum ist an folgenden Orten nicht erlaubt: [1]

  • In Schulen, Kinder- und Jugendeinrichtungen sowie Kinderspielplätzen und jeweils in deren Sichtweite (d. h. im Umkreis von 100 Metern vom Eingangsbereich)
  • In öffentlich zugänglichen Sportstätten und in deren Sichtweite
  • In Fußgängerzonen zwischen 7 und 20 Uhr
  • Generell in Anwesenheit von Minderjährigen

Als praktische Orientierungshilfe gibt es die sogenannte „Bubatzkarte", die Konsumverbotszonen in deutschen Städten visualisiert.

Darf ich Cannabis zu Hause anbauen?

Ja, der Anbau von bis zu 3 Cannabispflanzen gleichzeitig ist am eigenen Wohnsitz erlaubt, ausschließlich zum Eigenkonsum. Das angebaute Cannabis darf nicht an andere Personen weitergegeben werden. [1]

Was sind Anbauvereinigungen?

Sogenannte Anbauvereinigungen oder Cannabis Social Clubs (eingetragene Vereine oder Genossenschaften) ermöglichen den gemeinschaftlichen, nicht-gewerblichen Eigenanbau und die Weitergabe von Cannabis an ihre Mitglieder – unter behördlicher Erlaubnis und strengen Auflagen. Eine Anbauvereinigung darf maximal 500 Mitglieder haben. [1][3]

Medizinisches Cannabis – andere Regeln, andere Rahmenbedingungen

Medizinisches Cannabis fällt nicht unter das KCanG, sondern unterliegt eigenen gesetzlichen Regelungen. Es ist verschreibungspflichtig, wird ausschließlich über zugelassene Apotheken abgegeben und unterliegt strengen Qualitätskontrollen. Für Patientinnen und Patienten gelten damit grundlegend andere Rahmenbedingungen als für den Freizeitkonsum. [2]

Du möchtest Cannabis legal und medizinisch nutzen? Nordleaf begleitet Dich auf dem Weg zum Rezept – von der ersten Frage bis zur Apotheke.

Hinweis: Dieser Artikel ersetzt keine Rechtsberatung. Die Angaben basieren auf dem KCanG in der Fassung vom 27. März 2024. Bei konkreten rechtlichen Fragen wende Dich an eine Fachperson.

FAQ – Cannabis einfach erklärt

Woran erkenne ich, ob eine Cannabispflanze weiblich oder männlich ist?

Am sichersten geht das in der frühen Blütephase. Weibliche Pflanzen bilden an den Blütenansätzen kleine, birnenförmige Kelche, aus denen zwei weiße, fadenförmige Härchen wachsen. Diese heißen Stigmen. Männliche Pflanzen entwickeln an denselben Stellen kleine, runde Pollensäcke, die an winzige Trauben erinnern. In der Vegetationsphase ist der Unterschied kaum sichtbar. Erst mit Beginn der Blüte wird das Geschlecht klar erkennbar. [4]

Was ist der Unterschied zwischen Marihuana und Haschisch?

Beide stammen aus der Cannabispflanze, werden aber unterschiedlich gewonnen. Marihuana sind die getrockneten Blüten und blütennahen Blätter der weiblichen Pflanze. Haschisch entsteht aus dem Harz der Pflanze: Es wird gesammelt, gepresst und geformt. Haschisch hat in der Regel einen höheren Wirkstoffgehalt als getrocknete Blüten. Das KCanG definiert beide Begriffe gesetzlich in § 1. [1]

Was sind Trichome?

Trichome sind winzige Drüsenhaare auf den Blüten und Blättern der weiblichen Cannabispflanze. Unter der Lupe sehen sie aus wie kleine Pilze oder Kristalle. Sie geben der Blüte ihr klebrig-harzig glänzendes Erscheinungsbild. In den Trichomen bildet die Pflanze ihre wichtigsten Wirkstoffe, darunter THC und CBD. Je reifer die Trichome, desto höher in der Regel der Wirkstoffgehalt der Blüte. [4]

Wie lange dauert es, bis eine Cannabispflanze blüht?

Das hängt von Sorte und Anbaubedingungen ab. Lichtabhängige Sorten beginnen zu blühen, wenn die Tageslichtdauer auf etwa 12 Stunden sinkt, im Freilandanbau also im Spätsommer. Die Blütephase dauert je nach Sorte zwischen 7 und 12 Wochen. Autoflowering-Sorten blühen unabhängig vom Licht und sind oft schon 8 bis 10 Wochen nach der Keimung erntereif. [4]

Was bedeutet „Autoflowering"?

Autoflowering-Sorten blühen automatisch, also unabhängig von der Tageslichtdauer. Klassische Sorten brauchen dafür weniger Licht als Signal. Autoflowering-Pflanzen nicht. Möglich macht das die Kreuzung mit Cannabis ruderalis, einer kleinwüchsigen Unterart aus Zentralasien und Russland, die sich an kurze Sommer angepasst hat. Autoflowering-Sorten wachsen kompakter und sind schneller erntereif. Deshalb eignen sie sich besonders für den Anbau in kühleren Klimazonen oder für Einsteiger. [4][5]

Quellen: 

[1] Bundesministerium der Justiz / Bundesamt für Justiz: Gesetz zum Umgang mit Konsumcannabis (Konsumcannabisgesetz – KCanG) vom 27. März 2024 (BGBl. 2024 I Nr. 109), geändert durch Art. 1 G v. 20.6.2024 (BGBl. 2024 I Nr. 207). Online verfügbar unter: gesetze-im-internet.de/kcang/  

[2] Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM): Medizinisches Cannabis – Informationen für Patientinnen und Patienten. Online verfügbar unter: bfarm.de/DE/Bundesopiumstelle/Cannabis 

[3] Deutscher Hanfverband (DHV): Rechtslage Cannabis in Deutschland. Online verfügbar unter: hanfverband.de  

[4] Sensi Seeds: Botanik der Cannabispflanze – Aufbau, Geschlecht und Wachstumsphasen. Online verfügbar unter: sensiseeds.com/de/blog 

[5] Small, E. & Cronquist, A. (1976): A Practical and Natural Taxonomy for Cannabis. In: Taxon, 25(4), S. 405–435. 

Bilder:

unsplash.com

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